Holz allein ist kein Umweltproblem. Für die Umwelt ist viel wichtiger, in welch hochwertigem Gerät wir es verbrennen, welchen hochwertigen Brennstoff wir verwenden und ob wir richtig heizen. Während alte und schlecht betriebene Heizgeräte die Luft stark belasten können, arbeiten moderne Öfen und Kamine bei richtiger Anwendung mit deutlich geringeren Emissionen und höherer Effizienz.
Aus ökologischer Sicht ist das Hauptargument für die Holzverbrennung, dass es sich um eine erneuerbare Energiequelle handelt. Bei der Holzverbrennung wird etwa so viel Kohlendioxid freigesetzt, wie der Baum während seines Wachstums aus der Atmosphäre aufgenommen hat, oder wie bei seiner natürlichen Zersetzung freigesetzt würde, nur eben in einer anderen Zeiteinheit. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Art der Verbrennung keine Rolle spielt. Im Gegenteil: Neben Wärme entstehen auch andere gasförmige Bestandteile und feste Partikel, und gerade deren Menge entscheidet darüber, ob der Betrieb des Ofens umweltfreundlich für die Umgebung ist oder nicht.
Moderne Öfen haben dank des Designs der Brennkammer, der gesteuerten Luftzufuhr und des hohen Wirkungsgrades deutlich geringere Emissionen als alte Herdarten. Neuere Kachelöfen mit Umweltzertifikat haben beispielsweise laut österreichischen Messungen fast dreizehnmal geringere Emissionen als alte Kachelöfen. Neue Technologien können den Wirkungsgrad um bis zu 86 Prozent steigern und die Emissionen gegenüber älteren, ineffizienten Heizkörpern um etwa zwei Drittel senken. Einfach ausgedrückt: Das Problem ist nicht das Holz, sondern die veraltete oder schlecht betriebene Ausrüstung.
Ebenso grundlegend ist der Brennstoff. Es sollte nur mit trockenem, sauberem und chemisch unbehandeltem Holz geheizt werden. Die ideale Feuchtigkeit sollte unter 20 Prozent liegen. Ist das Holz feucht, wird ein Großteil der Energie statt zum Heizen zur Verdampfung von Wasser verbraucht. Dies führt zu einer geringeren Wärmeleistung, mehr Rauch, mehr Teer, Ablagerungen an Glas und Schornstein und höheren Emissionen. Feuchtes Holz ist also nicht nur ein betriebliches Ärgernis.
Auch die Art des Holzes, das man ins Feuer legt, spielt eine Rolle. Gut geeignet ist vor allem Hartholz, zum Beispiel Buche, Eiche, Hainbuche oder Esche. Es hat eine höhere Dichte, brennt besser, hält die Glut länger und liefert eine stabilere Wärme. Weichholz wie Fichte oder Kiefer eignet sich eher zum Anzünden, da es leicht entzündlich ist und schnell verbrennt. Aber auch die beste Buche kann nichts retten, wenn sie feucht ist, und auch moderne Öfen können nichts reparieren, wenn jemand gestrichene Bretter, Paletten oder Müll verbrennt.
Hersteller erinnern gleichzeitig daran, dass umweltfreundliches Heizen nicht bedeutet, das Feuer zu „ersticken“. Wenig Luft mag sparsam erscheinen, bedeutet aber in Wirklichkeit weniger Wärme und mehr Rauch-Emissionen. Sie warnen daher vor dem Nachlegen über die empfohlene Menge, dem Verbrennen nicht zugelassener Materialien und dem Heizen über Nacht bei eingeschränktem Luftzufuhr. Eine solche Verbrennung schädigt die Umwelt und den Schornstein selbst. Die Verantwortung liegt somit nicht nur beim Hersteller, sondern auch beim Nutzer. Ein modernes Gerät ist ein guter Diener, aber es macht aus einem nassen Scheit noch keinen trockenen und aus Plastik kein Brennholz.
Die Behauptung, dass das Heizen mit Holz automatisch umweltfreundlich ist, ist ebenso falsch wie das Gegenteil. Holz kann eine sanfte und sinnvolle Wärmequelle sein, wenn es richtig genutzt wird, aber seine Vorteile gehen schnell verloren, wenn es unsachgemäß verbrannt wird.
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