Die Europäische Normenreihe EN 16510 für feste Brennstoffe für den Hausgebrauch wurde um weitere Teile ergänzt. Die neuen Regeln betreffen Speicherfeuerstätten, Kombi-Geräte für Scheitholz und Pellets sowie Saunaöfen. Für Hersteller ist besonders der 9. Februar 2027 wichtig, an dem die Übergangsfrist für die Anwendung der bisherigen harmonisierten Normen endet.
Über die Umstellung auf die neue Normenreihe EN 16510 und darüber, was sie Herstellern sowie Nutzern von Öfen und Kaminen bringt, haben wir bereits auf der AEVD-Website sie schrieben ausführlich. Für einen Großteil dieser Geräte war der 9. November 2025 ein entscheidendes Datum, an dem die Übergangszeit zwischen den ursprünglichen Normen und der neuen Normenreihe EN 16510 endete.
Damit war die Entwicklung der europäischen Normen jedoch nicht beendet. Im Jahr 2025 wurden drei weitere Teile der EN 16510 veröffentlicht, und die Europäische Kommission veröffentlichte im Februar 2026 deren Fundstellen als harmonisierte Normen für die Zwecke der europäischen Bauproduktenverordnung.
Neu ist jetzt:
- EN 16510-2-5:2025 – Geräte mit langsamer Wärmeabgabe,
- EN 16510-2-7:2025 – Kombinationsgeräte für Scheitholz und Pellets,
- EN 16510-2-10:2025 – Festerennstoffbetriebene Saunaöfen.
Für alle drei Teile begann am 9. Februar 2026 eine Übergangsfrist, die am 9. Februar 2027 endet.
Speicheröfen stellen auf EN 16510-2-5 um
Die Norm EN 16510-2-5 betrifft Geräte mit langsamer Wärmefreisetzung. Dabei handelt es sich vor allem um Speicherfeuerstätten, die einen Teil der bei der Verbrennung entstehenden Energie speichern und diese anschließend schrittweise an den zu beheizenden Raum abgeben.
Die neue Norm ersetzt die bisherige EN 15250:2007, die Anforderungen und Prüfverfahren für Speicherfeuerstätten für feste Brennstoffe festlegte.
Für die Hersteller solcher Geräte bedeutet die Umstellung auf die Normenreihe EN 16510 somit die Notwendigkeit, bestehende Prüfungen, die technische Dokumentation sowie weitere Unterlagen im Zusammenhang mit dem Inverkehrbringen der Produkte zu überprüfen.
Kombiöfen für Scheitholz und Pellets unterliegen einer eigenen Norm
Eine wichtige Neuerung ist die Norm EN 16510-2-7, die speziell für Kombigeräte gilt, die sowohl Holzscheite als auch Pellets verbrennen können.
Bislang wurden bei diesen Geräten die Anforderungen der für die einzelnen Gerätetypen geltenden Normen zugrunde gelegt – insbesondere die Norm EN 13240 für Festbrennstofföfen und die Norm EN 14785 für Holzpelletöfen.
Die neue Norm führt somit einen einheitlichen Rahmen speziell für Kombigeräte ein. Während der Übergangsphase bis zum 9. Februar 2027 können für diese Geräte weiterhin auch die bisherigen Normen EN 13240:2001 und EN 14785:2006 gelten.
Neue Norm auch für Saunaöfen
Die dritte Änderung betrifft Saunaöfen, die Holzscheite verbrennen.
Die Norm EN 16510-2-10:2025 ersetzt die bisherige Norm EN 15821:2010, in der die Anforderungen und Prüfverfahren für diese Gruppe von Geräten festgelegt waren.
Auch hier gilt die Übergangsfrist, in der die alte und die neue harmonisierte Norm parallel gelten, d. h. bis zum 9. Februar 2027.
Stichtag: 9. Februar 2027
Bis zum Ende der Übergangsfrist verbleiben noch mehrere Monate. Die Hersteller der betroffenen Geräte sollten daher rechtzeitig prüfen, was die Umstellung auf die neuen Teile der EN 16510 für ihre konkreten Produkte bedeutet.
Sie sollten diese Zeit nutzen, um bei ihren Produkten insbesondere Folgendes zu überprüfen:
- Prüfprotokolle und Ergebnisse der bisherigen Prüfungen,
- Verfahren zur Bewertung und Überprüfung der Beständigkeit der Eigenschaften,
- Eigenschaftserklärung,
- die technischen Unterlagen und die Produktkennzeichnung,
- Produktionssteuerungssystem,
- Anleitungen und weitere Informationen, die mit dem Produkt geliefert werden.
Der Umfang der erforderlichen Änderungen kann je nach Produkt variieren. Die Umstellung auf die neue Norm bedeutet auch nicht automatisch, dass jedes bereits geprüfte Produkt erneut vollständig getestet werden muss. Die Möglichkeit, die Ergebnisse früherer Prüfungen zu nutzen, muss stets unter Berücksichtigung des jeweiligen Produkts und der Anforderungen der neuen Norm geprüft werden.
Was ändert sich für Ofenbesitzer?
Die neuen Normen betreffen vor allem die Hersteller und die Bedingungen für das Inverkehrbringen neuer Produkte auf dem europäischen Markt. Sie bedeuten weder ein Verbot der Nutzung bereits betriebener Öfen noch eine Verpflichtung der Besitzer, ihr bestehendes Gerät auszutauschen.